Donnerstag, 17. Juli 2008

Gott ist das Subjekt

Gott ist das Subjekt.

Das haben die Reformatoren vor knapp 500 Jahren heraus gefunden. Sie dachten dabei vor allem an die Sakramente, an den Glaube und an die Rechtfertigung. Sie entdeckten, dass der Mensch sich nicht durch Werke das Reich Gottes verdienen kann, nicht durch das kaufen von Ablässen, nicht durch Beichten und Büßen unter zwang, sondern allein durch den Glauben, welcher wiederum ein Geschenk Gottes ist.
Ich denke bei Gott ist das Subjekt an das, was viele "Schicksal" oder (Göttliche) "Fügung" zu nennen pflegen. Weil Gott uns nämlich nicht nur den Glauben schenkt, sondern Begegnungen und Begebenheiten, die wir aus eigener Kraft und mit unserem Willen nie erreichten. Im Gegenteil, mache Sachen scheinen uns umso ferner zu rücken, je mehr wir sie wollen.
Die wichtigsten Begegnungen im Leben lassen sich nicht planen oder gar erzwingen, sondern werden uns von Gott geschenkt. Denn Gott ist das Subjekt. Er lenkt uns, wenn mir auf ihn vertrauen, wenn wir mitspielen. Bei diesem Gedankenspiel ist mir gestern Abend mal wieder eine Textzeile in den Sinn gekommen: "God is a DJ". Aber was ist dann der Mensch? Die Platte? Nein, das passt nicht. Ich denke, der Mensch ist die Nadel. Ja, wenn Gott der DJ ist, dann setzt er uns auf die richtige Spur, den "Track". Und die Nadel kann auch mal springen, wenn Dreck auf der Platte ist oder ein Kratzer. Ein Mensch kann sich sein Leben nicht aussuchen, aber er kann was draus machen, wie die Nadel Musik aus der Rille macht.
Soweit meine Gedanken zu Gott ist das Subjekt.

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