Montag, 9. November 2009

Xavier und evangelisch?

Auf evangelisch.de ist ein recht kritischer Beitrag über "Xavier und das Christ-Sein" erschienen.

Ganz so würde ich das nicht sehen.
Ich finde nicht, dass Xavier "die Botschaft des Evangeliums von ihren Inhalten entkleidet und sie mainstreamfähig macht". Umgekehrt würde ich sagen, dass er den Inhalt der Botschaft des Evangeliums in neue Worte packt und sie damit mainstreamfähig macht. Fast alle "Liebeslieder" von ihm sind doppeldeutig auch auf die Liebe Gottes zu beziehen.
Z.B. "Sie ist Nicht von dieser Welt, die Liebe, die mich am Leben hält" - viel eindeutiger zweideutig geht es ja kaum.
Oder "Wann fängt das Leben an, das(s!) ich mit dir Leben kann [...] Du hast mich berührt und Du hast mich gesegnet ich wurde geführt und ich bin Dir begegnet" - Wenn das mal kein Lobpreis ist.
"Ich warte bist du kommst" spricht auch unheimlich deutlich vom kommenden Reich Gottes. Und dabei geht es ihm sicher nicht um Effekte. Schon in Armageddon auf dem ersten Söhne Mannheims Album wird doch deutlich, dass es tatsächlich um ein Wachrütteln geht.

Ist es nicht die Aufgabe von Christen, die Inhalte des Evangeliums in eine Sprache zu bringen, die ankommt? Ich glaube einigen Pfarrer und Pfarrerinnen würde es sehr gut tun, wenn sie sich ein bisschen was von Xavier und anderen Zeitgenossen abgucken würden, was moderne Versprachlichung der frohen Botschaft angeht.

Freitag, 23. Oktober 2009

Die Offene Bibel


Hallo,

die Offene Bibel ist ein tolles Projekt, das noch viel zu wenige Leute kennen. Es geht dabei darum, eine Bibelübersetzung unter einer freien Lizenz zu erstellen, die dann frei verwendet werden darf. Sowas gibt es bisher nämlich nicht! Zumindest nicht mit den Ansprüchen, die sich das Team von Offene Bibel gesetzt hat:
Die Studienfassung soll textnah (also in Wortwahl und Satzbau), wissenschaftlich präzise unter Berücksichtigung des Apparates und verschiedener Lesarten entstehen. Dazu kommt eine Lesefassung, die sich zum Vorlesen eignen soll und eher ein "schönes" Deutsch anstrebet, dafür auch mal die hebräische Syntax verlassen darf und ganz im Sinne Luthers Maxime "Dem Volk aufs Maul schauen" aktuelle, sinngemäße Bilder und Metaphern verwenden.

Das ganze läuft als Wiki, sodass man super über Texte in Diskussion kommen kann. Außerdem sind auch Anmerkungen in Fußnoten zu bestimmten Wörtern möglich. Wer von euch also Griechisch und/oder Hebräisch beherrscht, ist herzlich eingeladen, beim Übersetzen mitzumachen. Aber auch Menschen, die des Hebräischen und Altgriechischen nicht mächtig sind, können viel mithelfen: Bei der Erstellung der Lesefassung ist Alltagssprache gefragt, Administrative Tätigkeiten müssen getan werden, PR-Arbeit, und und und...

Und es macht echt Spaß, ich war richtig "erfüllt", nachdem ich die ersten zwei Verse eingestellt hatte ;-)
In diesem Sinne: feel welcome.

www.offene-bibel.de

Mittwoch, 19. August 2009

Ablass für alle!

Hallo,

lange war es still hier. Das hat damit zu tun, dass ich einfach unglaublich viel zu tun hatte. Auch jetzt gibt es keinen Roman, sondern nur einen kleinen Link-Tip: http://hpd.de/node/5477 ist m.E. mal lesenswert. Ich bearbeite grad Luthers Kritik am Ablass, die fast 500 Jahre alt ist - und war geschockt, wie brandaktuell das Thema durch unseren PapaRatzi wieder oder immernoch ist.

LG

Montag, 26. Januar 2009

Sugarhill Gang vs. Kohelet

Hi,

mir ist gerade aufgefallen, dass die Sugarhill Gang eine "Predigt" aus Kohelet aufgreift:

In Rapper's Delight rappen die Jungs folgendes:
It was the best advice, that I ever had
It came from my wise dear old dad
He said: sit down punk, I wanna talk to you
And don't say a word until i am through!
Now there's a time to laugh, a time to cry,
A time to live and a time to die,
A time to break and a time to chill,
To act civilized or act real ill.
Das erinnert mich doch stark an Prediger 3!

Dienstag, 20. Januar 2009

"Mist"wetter in den USA

Nur ein kleiner Screenshot, der mich gerade schmunzeln ließ:

Montag, 19. Januar 2009

LXX.D


Das ist mal was für Übersetzungsmuffel!
Andererseits wird es für Studierende auch ein Anreiz sein, an wichtigen Stellen, in denen sich die LXX von der BHS unterscheidet doch mal in den griechischen bzw. hebräischen Urtext zu schauen, oder?

LG


Bild: http://www.uni-muenster.de/NTTextforschung/Handschriften_Bibelmuseum.html HS 676, Teil J, S. 154

Mittwoch, 14. Januar 2009

Guns'n'Roses - Was haben Jay-Z und Anselm Grün gemeinsam?

Hallo!

Lange war es hier ruhig, aber vorhin hatte ich mal wieder einen interessanten Gedankengang, den ich euch nicht vorenthalten möchte:
Was haben Jay-Z und Anselm Grün gemeinsam?
Äußerlich nicht viel. Aber kennt ihr das Lied "Guns & Roses" von Jay-Z mit Lenny Kravitz?
Der Refrain lautet da
"Life is all about Guns and Roses
Bittersweet like friends and foes
Some get left behind, some get chosen
Just like life, Guns and Roses"

frei übersetzt:

Es dreht sich alles um Gewalt und Liebe,
Bittersüß wie Freunde und Feinde,
Manche werden zurückgelassen, manche erwählt
eben wie's Leben, Gewalt und Liebe.

Und was hat Pater Anselm Grün damit zu tun?

Er hat ein Buch geschrieben "Kämpfen und Lieben", in dem Männer aus der Bibel portraitiert werden. Das an sich ist ja noch nichts besonderes, aber dort geht es auch um Guns and Roses - Er portraitiert nämlich ganz bewusst nicht objektiv-erschöpfend, sonder versucht alles zwischen den beiden Polen "Lieben" und "Kämpfen" einzuordnen. Das so entstehende vermeintlich "flache", da 2-dimensionale Bild von König Salomo, als Beispiel, kann uns offenbar mehr lehren als der (von vornherein zum scheitern verurteilte) Versuch, diese Figuren objektiv darzustellen.

Das Ergebniss ist ein leicht zu lesendes Buch, das zum weiteren Nachdenken anregt.
Und wer Lust hat, kann dabei Jay-Z und Lenny Kravitz hören - Die haben das mit den zwei Polen auch ohne psychologische Studien erkannt.

Sonntag, 24. August 2008

Jesus Freaks Münster


Guten Abend,

komme gerade zurück von dem Gottesdienst der Jesus-Freaks Münster. Ich bin ziemlich positiv überrascht... Besonders toll fand ich, dass dort jeder, also wirklich jeder willkommen ist. So besuchten auch 2 Obdachlose den Gottesdienst. Nein, sie besuchten ihn nicht nur, sie sind wirklich ein Teil der Gemeinde, sie beten mit, bitten mit um Gottes Segen für die anderen Gemeindemitglieder. Das habe ich so sonst noch in keiner Kirchengemeinde erlebt...
Auch der Zusammenhalt an sich ist hammer, so habe ich zum Beispiel mitbekommen, dass jemand aus der Gemeinde zur Zeit im Krankenhaus liegt und wegen einem Leistenbruch nicht arbeiten kann, das Geld aber dringend braucht. Daraufhin hat er sich nicht geschont, ist trotzdem wieder arbeiten gegangen, der Bruch hat sich entzündet, wieder Krankenhaus. Jetzt hat die Gemeinde überlegt, wer denn alles grad Semesterferien hat und ihn bei seinem Job vertreten kann, dass er trotzdem das Geld bekommt.

Im Gottesdienst selbst konnte ich super abschalten, ich habe seit langem mal 2 Stunden NICHT an meine Hausarbeit denken müssen. Also war echt geil...

Wer was lesen möchte, kann sich mal die Seite der Jesus Freaks Eppingen und Münster anschauen. Die Jesus Freaks Eppingen kenne ich ein bisschen von Br. Manfred, ein Teil hatte nämlich bei seiner Aufnahme in's LZA gespielt. Damals fand ich die Musik schon so geil.

LG

P.S.: Betet mal öfter ;-)

Samstag, 23. August 2008

Die offensichtliche Ungerechtigkeit

Hallo alle zusammen,

habe gerade den Bericht von Henrik über das Bildungswesen in Chile gelesen, und kann mich dem nur anschließen.
Mir persönlich tun die € 550,- an Studiengebühren im Jahr hier an der WWU zwar (noch) nicht weh, aber von einem Sozialstaat entfernen wir uns tatsächlich immer weiter.

Ich beschäftige mich gerade mit dem Bauernkrieg vor 5 Jahrhunderten, die unter anderem auch für Gleichberechtigung bei der Bildung kämpften. Hoffentlich kommt es nicht nochmal so weit...

Donnerstag, 14. August 2008

Zurück aus dem Urlaub

Hi,
bin gerade aus dem "Urlaub" zurück!
Fotos hier:
Kroatien 2008

Donnerstag, 31. Juli 2008

Schulkameraden und Keyboardlehrer

Moin, bin gerade etwas geflasht, was aus manchen Leuten so wird.
Mein ehemaliger Klavier- und Keyboardlehrer ist mittlerweile einer der Top-DJs in der deutschen House-Szene. Vor ein paar Jahren saßen wir noch zusammen in D5 und rappten Schülergedichte auf seine Beats. Nur durch ihn bin ich überhaupt dazu gekommen, auch Beats zu bauen und zu Texten. Die technischen Möglichkeiten gab es in der Schule, dank dem super-engagierten Musiklehrer Herrn Karl. Wen es Interessiert, auf der Schulhomepage stehen noch alte Projekte online, mein "Schillerrap" oder auch "Just a Chicolo" von Chico Chiquita. Aber psst, den Link habt ihr nicht von mir. Sehr zu empfehlen ist auch der Summermix Burnin' Down The House Vol. 20 von Chico.
Und die Leute, denen ich dann in der AG ein bisschen was weitergeben konnte von dem was Herr Karl, Daniel und ich mir selbst beigebracht hatte, sind offensichtlich mittlerweile um einiges kreativer als ich. Aber Neid wäre hier fehl am Platz... ich gönn's ihnen. Und schreib jetzt weiter an meiner Hausarbeit.
Bis dann!

Donnerstag, 17. Juli 2008

Gott ist das Subjekt

Gott ist das Subjekt.

Das haben die Reformatoren vor knapp 500 Jahren heraus gefunden. Sie dachten dabei vor allem an die Sakramente, an den Glaube und an die Rechtfertigung. Sie entdeckten, dass der Mensch sich nicht durch Werke das Reich Gottes verdienen kann, nicht durch das kaufen von Ablässen, nicht durch Beichten und Büßen unter zwang, sondern allein durch den Glauben, welcher wiederum ein Geschenk Gottes ist.
Ich denke bei Gott ist das Subjekt an das, was viele "Schicksal" oder (Göttliche) "Fügung" zu nennen pflegen. Weil Gott uns nämlich nicht nur den Glauben schenkt, sondern Begegnungen und Begebenheiten, die wir aus eigener Kraft und mit unserem Willen nie erreichten. Im Gegenteil, mache Sachen scheinen uns umso ferner zu rücken, je mehr wir sie wollen.
Die wichtigsten Begegnungen im Leben lassen sich nicht planen oder gar erzwingen, sondern werden uns von Gott geschenkt. Denn Gott ist das Subjekt. Er lenkt uns, wenn mir auf ihn vertrauen, wenn wir mitspielen. Bei diesem Gedankenspiel ist mir gestern Abend mal wieder eine Textzeile in den Sinn gekommen: "God is a DJ". Aber was ist dann der Mensch? Die Platte? Nein, das passt nicht. Ich denke, der Mensch ist die Nadel. Ja, wenn Gott der DJ ist, dann setzt er uns auf die richtige Spur, den "Track". Und die Nadel kann auch mal springen, wenn Dreck auf der Platte ist oder ein Kratzer. Ein Mensch kann sich sein Leben nicht aussuchen, aber er kann was draus machen, wie die Nadel Musik aus der Rille macht.
Soweit meine Gedanken zu Gott ist das Subjekt.

Sonntag, 29. Juni 2008

Ooh, ein Thriller


Tach, hab grad dieses Buch durch, Scriptum von Raymond Khoury, war ja auch ganz spannend ABER: Irgendwie war der Knackpunkt darin, dass die Templer ein Manuskript von Jesus, DEM Jesus von Nazareth, über die Jahrhunderte hatten und es jetzt (in der gegewärtigen Realität des Buches) fast bekannt geworden wäre. Und der böse, böse Vatikan habe die ganze Zeit davon gewusst. Hä? Na und? Warum um alles in der Welt soll Jesus kein Tagebuch geführt haben? Wo ist denn da die Lüge, die das Christentum zum Einsturz bringen soll? Ich raff's nicht... Ja, Jesus war ein Mensch, und zugleich Gott, da sind sich doch alle Christen einig, oder? Wo ist denn jetzt das Problem, wenn ein Manuskript auf aramäisch beweist, dass Jesus Mensch war?
Das Buch war wirklich spannend, bis das vermeintliche Geheimnis aufgedeckt wurde. Die so genannte Verschwörung. tz...

Bild von amazon.de

Mittwoch, 11. Juni 2008

Mein erster Post

Hallo,
inspiriert durch 2 Freunde starte ich hiermit auch einen kleinen Blog.
Zum einen, weil ich Henrik's Engagement in Chile beeindruckend finde, zum anderen, weil mein ehemaliger Kommilitone aus Heidelberg Br. Manfred seit einem Monat wieder aus seinem Leben schreibt.

Heute ist irgendwie so ein Tag, an dem ich alles anzweifle. Und dann kommen mir immer diese Zeilen von Xavier in den Sinn, "Eigentlich könnten wir uns freuen, denn eigentlich geht es uns gut." Vielleicht kennt ihr das. Nosliw singt "Drum bin ich dankbar für das riesige Geschenk jammern zu können".
Ja, wirklich? Darf man dankbar dafür sein, jammern zu können? Jammern, also beklagen, wie mieß alles ist? Ich denke, der Punkt ist das "Eigentlich" im ersten Zitat. Eigentlich fühle ich mich heute Scheiße, obwohl es gar keine persönlich negatives Ereignis gab. Eigentlich habe ich gar keinen Grund zu jammern. Aber ist es nicht vielleicht so, dass es "uns" einfach zu gut geht, und an Tagen wie heute in meinem Fall das schlechte Gewissen sich meldet?
Ja, ich denke es ist so an Tagen wie diesen. Ich bin ja immerhin nicht der Einzige, der das kennt; zumindest König Boris kennt diese Gedanken und Fragen, nur sucht er die Antworten wo anders. Ich werde sie jetzt auch suchen. Im wahrscheinlich ältesten FAQ der Welt.